Als Generalübung für den geplanten Stratosphärenballon-Start des Ortsverbandes H33 zum Seefest in Salzgitter, fand heute ein Teststart aus Woltwiesche statt. Per APRS wurden die Telemetriedaten gesendet und auf PMR Kanal 1 (446,00625 MHz) gab es eine Sprachausgabe.

Für Ballon-Projekte mit Amateurfunk-Nutzlast werden Rückhol-Teams benötigt, deren Aufgabe es ist, die Amateurfunk-Nutzlast am Landeort zu bergen. Ein Rückhol-Team bestand aus Christian DJ9PH und zwei weiteren OMs aus dem Ortsverband H33, das zweite Rückhol-Team bildeten wir, Sascha DL1HI und Stefan DL1IN, aus dem Gifhorner Nordkreis. Nach Berechnung der Flugbahnprognose und dem erfolgreichen Start des Ballons in Woltwiesche, haben wir uns auf den Weg in Richtung Hermannsburg gemacht. Der prognostizierte Landeort war zwischen Soltau und Munster.

Der "Burst", also das Platzen des Stratosphärenballons, war bei Eschede in 34 km Höhe und ca. 6 hPa Luftdruck. Der sporadische Ausfall des GPS nach dem Start und kurz nach dem Burst haben die Verfolgung zeitweise etwas erschwert. Als nach dem Burst die GPS-Daten wieder zu sehen waren, hat es uns über Munster nach Stübeckshorn verschlagen, wo die Sprachausgabe und die APRS-Daten während des Durchgangs schlagartig abgebrochen sind. Auch mit der größeren Mobilantenne war weder die Sprachausgabe zu hören, noch APRS-Daten zu empfangen. Der Ballon war also am Boden, aber wo?

Nach einer halben Stunde hat das Rückhol-Team um Christian den Ballon gefunden. Die Nutzlast lag auf einem Feld und der Fallschirm hing noch in der 120-kV-Hochspannungsleitung darüber. Kurzerhand wurde der Ortsbrandmeister verständigt, der gleich mit einem voll besetzten Rüstwagen und Martinshorn anreiste. Neben der Polizei wurde von der Feuerwehr auch gleich noch der Rettungswagen bestellt. Die Nutzlast wurde sicherheitshalber von der Feuerwehr geborgen, da aus der Ferne nicht eindeutig ersichtlich war, ob noch eine Leine zwischen Hochspannungsleitung und Nutzlast vorhanden war. Das war nicht der Fall, so dass zu keiner Zeit Gefahr für Leib und Leben bestand.

Die Nutzlast hat die Landung leider nicht so gut überstanden. Durch den Kontakt mit der Leitung ist die Elektronik durch einen Stromschlag zerstört worden.

 


Tracking auch über die aprs.fi-Webseite

 


Das FTM400 hat die aktuellen Telemetriedaten über Funk empfangen


Christian mit seinem Rückhol-Team


Gegenüber der Absturzstelle an der B71




Gut zu erkennen, der rote Fallschirm in der 120-kV-Leitung




Anreise der freundlichen Helfer






Die Feuerwehr kurz vor der Bergung der Nutzlast






Die Nutzlast hat den Kontakt mit der Hochspannungsleitung nicht so gut überstanden


Begutachtung, die selbst entwickelten Hardware ist verbrannt









Trotz der spannenden Landung und dem enstanden Schaden an der Hardware hat uns die Aktion richtig viel Spaß bereitet. Wir freuen uns auf den nächsten Ballonstart zum Seefest in Salzgitter und sind gerne wieder dabei.